Bis zum 30. November die KFZ-Versicherung wechseln

Die kleine Lilly ist nicht mehr ganz neu, ein Peugeot 107, Baujahr 2005. Bisher hat der Fahrzeughalter für Teilkasko bei 150 Euro Selbstbehalt sowie für Haftpflicht mit Schutzbrief knapp 299 Euro im Jahr gezahlt.

Leider steht der Wagen in München am Straßenrand – und die Stadt ist aus Sicht der Autoversicherer insofern ein gefährliches Pflaster, weil Beschädigungen und Unfälle hier besonders häufig vorkommen. Wie der Autobesitzer auf telefonische Nachfrage von seiner Versicherung erfährt, wird München vom nächsten Jahr an in der entsprechenden Regionalklasse eine Stufe schlechter gesetzt, das heißt von R 9 auf R 10, darüber gibt es nur noch R 11. Das wirke sich negativ auf den Tarif aus, heißt es.

Wechselstimmung
Hinzu kommt, dass sich auch die Typklasse des Peugeot verschlechtert, weil bei diesem Fahrzeugtyp in diesem Jahr ein Anstieg der Unfälle registriert wurde. Beide Werte – Regionalklasse und Typklasse in der Haftpflicht – werden vom Dachverband der Versicherungen für alle Anbieter festgelegt. Die Verschlechterung der Parameter bedeutet im Fall des Lilly ein Anstieg des Tarifs um 19 auf knapp 318 Euro. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Fahrzeughalter schon viele Jahre unfallfrei fährt und er mit der Schadenfreiheitsklasse SF 18 inzwischen nur noch 35 Prozent des Beitragssatzes zahlt. Bei 30 Prozent ist in der Regel ohnehin Schluss.

Lillys Besitzerin ist daher in Wechselstimmung. Sie möchte wissen, wo es einen günstigeren Tarif gibt. Für solche Fragen gibt Vergleichsformulare.

In den Wochen vor dem Stichtag 30. November ist der Wettbewerb erfahrungsgemäß besonders scharf und die Tarife billig, weshalb Autohalter nicht nur im November kündigen, sondern auch in diesem Monat einen Tarif sichern sollten, auch wenn sie dafür theoretisch auch im Dezember Zeit hätten.

Fast bis zu 50% Ersparnis möglich
Einfluss auf die Höhe des Tarifs haben neben den gesetzten Gegebenheiten wie Wohnort, Typklasse, gefahrene Jahreskilometer und die persönliche Unfallstatistik auch nach Belieben wählbare Zusatzleistungen wie etwa freie Werkstattwahl, Absicherung gegen Marderschäden oder Schutzbrief. Grundsätzlich sind die Versicherungen in den vergangenen Jahren leistungsstärker geworden, und die Extras fallen bei den Tarifen in der Regel finanziell nicht groß ins Gewicht. In unserem Beispiel kostet der Schutzbrief, der normalerweise bei allen Versicherungen die Abschleppkosten bei einer Panne abdeckt, sofern der Unfall nicht im Umkreis von 50 Kilometern des Wohnortes passiert ist, gerade einmal 10 Euro. Das ist mehr als viermal günstiger als der ADAC-Standard-Schutzbrief (44,50 Euro). Mit dem Verzicht auf die freie Werkstattwahl könnte der Halter knapp 7 Euro sparen. Die Frage ist, ob sich dieser Verzicht auf Komfort lohnt. Der Peugeot-Halter belässt es bei Schutzbrief und freier Werkstattwahl.

Das Ergebnis ist erfreulich: Gut 100 Euro kann der Fahrzeughalter durch einen Versicherungswechsel sparen. Manche Autofahrer können sogar deutlich mehr sparen, in Einzelfällen sind bis zu 50% Ersparnis möglich.